Jusos Hamburg fordern sofortiges Ende der Leichenschau "Körperwelten"

Mit der nächtlichen "Sightseeing-Tour" durch Hamburg der Leichenplastinate (Morgenpost vom 7. Oktober) des Ausstellungsmachers Gunter v. Hagens, wird einmal mehr deutlich, dass diese Ausstellung von Körpern toter Menschen keinerlei wissenschaftlichen Zwecken dient, wie von Hagens weismachen will. Hier soll vielmehr ein gewinnbringendes ‚kulturelles’ Event geschaffen werden, welches Menschen zu leb- und bezugslosen Objekten modelliert und zur Begaffung ausstellt.

Mit Sensationsgeilheit und dem Reiz des Ekels sollen die Leichen und Leichenteile angeblich darüber aufklären, wie der Mensch "funktioniert". Das Gebrauchswertversprechen: Durch Anschauung und oberflächliche Kenntnis der Körperlichkeit, könne sich jeder fit für den Alltag machen. Dafür wird das Mensch-Sein auf physische und biologische Funktionen reduziert, Muskeln, Sehnen, Knochen, Organe als die wesentlichen gemeinsamen Merkmale der Menschen ausgemacht.

Der CDU/Schill/FDP-Senat stellt sich fördernd und schützend vor von Hagens' Ausstellung, welche die Kommerzialisierung und Verwertung von Menschen über ihren Tod hinaus auf eine neue Stufe des Zynismus und der Menschenverachtung stellt. Die "Freiwilligkeit" der Spenden aus Altersheimen und Krankenhäusern u.A. aus China und Novosibirsk bleibt weiterhin ungeklärt.

Die Jusos Hamburg unterstützen aus diesem Grund die Forderung der Hamburger Ärztekammer nach einer Beendigung der Ausstellung. Nicht die Ärztekammer ist „menschenverachtend“, wie Gunter von Hagens deklamiert, sondern seine "Leichenwelten" sind es.

Pressemitteilung der Jusos in der SPD-Hamburg vom 10.10.2003 als pdf


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